Skip to content

Laufen am frühen Morgen

Es ist einer der abscheulichsten Momente des Tages – und du sollst ihn im Sommer geniessen, wenn immer du kannst: der Zeitpunkt, in dem der Wecker in aller Herrgottsfrühe sämtliche Träume beendet, ohne Rücksicht auf deren Drehbuch. Das ist der scheussliche Part. Glücklicherweise dauert er nicht länger als ein Wimpernschlag. Augenblicklich gefolgt von deinem innerlichen Katapult in die Realität – in der deine Laufschuhe und die Welt warten. Intensiviert von der Vorfreude auf einen der schönsten Momente des Tages: aufs Laufen, wenn die Welt noch schläft.

Dein Herz schlägt schneller, wenn die frisch betauten Wiesen nur dir allein gehören, wenn das sanfte Morgensonnenlicht die Landschaft in Pastelltöne tunkt und die Welt neu anfängt, der Kopf noch leer ist und der Tag voller Chancen. Als Frühaufsteherin, bis du dankbar für jeden Morgenmuffel da draussen, der dir die Pfade und Hügel, Feld und Wald überlässt. Denn der Zauber dieser Laufzeit ist es gerade, dass sie dir ganz allein gehört. Noch traumtrunken, ausgeruht und unverbraucht, kannst du entwickeln und Ideen schmieden, um sie wieder zu verwerfen und neu zu beginnen – ich erlaube mir geistig zu «sändele».

Feiermorgen statt Feierabend

Der frühe Morgen bietet ein Zeitfenster, das nur du zu öffnen oder schliessen vermagst. Anders als die Laufmomente am Abend kann dir keine Überzeit diese Augenblicke rauben, kein verspäteter Zug, kein Stau. Feiermorgen statt Feierabend. Du alleine entscheidest nach dem ersten Wimpernschlag, ob du dir den Genuss gönnst oder nicht. Diese Unabhängigkeit ist befreiend, mitreissend und lässt zuweilen die Pferde mit dir durchgehen. So wird aus dem gemächlichen Traben ein übermütiger Aufgalopp in den Tag, der dich leise jubeln lässt. Dieses Hochgefühl ist dein Startkapital. Es ist dein Vorsprung gegenüber all den miesepetrigen Mit-pendlern, die eben aus dem Bett gekrochen sind und sich über alles in der S-Bahn ärgern. Dieser Vorsprung ist es wert, am Vorabend den Wecker zu stellen, auch wenn es dir den abscheulichsten Moment des Tages beschert.

Dieser aufputschende Start in den Tag ist aber nicht der einzige Grund, weshalb es sich lohnt, mit dem Sonnenaufgang aus den Federn zu kriechen und direkt in die Laufschuhe zu steigen. An Hitzetagen sind die frühen Morgenstunden schlicht die beste Trainingszeit – frischer ist die Luft auch am Abend nicht. Das gilt insbesondere für Badeferiendestinationen. Damit nicht genug. Englische Forscher sind zum Schluss gekommen, dass der Körper mehr Fett verbrennt, wenn seine Kohlenhydrate Speicher ausgeschöpft sind, und das ist am Morgen der Fall, vorausgesetzt, am Vorabend stieg keine Pasta Orgie. Eine Studie mit Profisportlern hat zudem ergeben, dass durch das Nüchtern laufen der Körper lernt, länger mit den in der Muskulatur gespeicherten Kohlenhydraten auszukommen – was für Langstreckenläufer oder solche, die es noch werden wollen, von Vorteil ist. Trotz all den Vorteilen gilt es aber einige Dinge zu beachten: Nicht nur die Kohlenhydratespeicher sind leer, das sind auch die Flüssigkeitsreserven nach der Nachtruhe. Es ist deshalb wichtig, ein oder gar zwei Glas Wasser zu trinken, bevor man an die frische Luft tritt. Und ganz grundsätzlich sollte es der Feiermorgen-Läufer und die Feiermorgen-Läuferin langsam angehen, denn auch wenn die Nestwärme noch in den Knochen steckt, ist der Motor kalt, Sehnen, Bänder und Muskeln sind es ebenfalls. Das erhöht das Verletzungsrisiko. Deshalb vor die Tür treten, ausgiebig alle Glieder durchstrecken und erst einige Meter gehen. Als wohltuendes Warm-up eignet sich aber auch sanftes Morgen-Yoga. Und zwar noch im Bett.

Vorgeschlagenes Produkt

FlipBelt Classic Edition

An den Anfang scrollen
×

Wie können wir Ihnen helfen?

× Chat