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Vor- und Nachteile der verschiedenen Laufstile

FERSENLAUF

Man tritt zuerst mit der Ferse auf den Boden auf, die Fussspitze ist angehoben und die vordere Schienbein-muskulatur und die Zehenstrecker müssen sehr viel Arbeit verrichten. Da der Fuss von der Ferse bis zum Vorfuss komplett abrollt, dauert es eine ganze Weile vom Auftritt des Fusses bis hin zum Abdruck. Die Bodenkontaktzeit verlängert sich und man läuft automatisch langsamer.

  • Bei langen Belastungen, beim Abwärtslaufen oder für schwergewichtige Läuferinnen und Läufer mit einem gut  gedämpften Rückfussbereich sehr leicht umzusetzen.
  • Mit einer hohen Schrittfrequenz und guter Körperhaltung schonend laufen.
    – Bremswirkung bei jedem Fussaufsatz, wenn der Fuss nicht nahe am Körperschwerpunkt aufgesetzt wird.
    – Erhöhtes Risiko einer «sitzenden» Laufhaltung bei zu wenig Spannung in der Rumpfmuskulatur.
    – Überlastungsrisiko der Schienbeinmuskulatur oder des Kniegelenks bei exzessivem Fersenlauf (Fussspitze
    wird zusätzlich aktiv nach oben gezogen) oder bei einer zu tiefen Schrittfrequenz.
    – Gefahr einer Überpronation (übermässiges Einwärtskippen des Fusses nach innen während der Standphase)
    bei schlecht ausgebildeter Fussmuskulatur
    – Kann Beschwerden im Rücken verursachen, wenn zu weit vor dem Körperschwerpunkt aufgesetzt wird und
    der Schuh zu wenig dämpft

VORFUSSLAUF

Die Fussaussenseite des Vorfusses berührt zuerst den Boden, die Wadenmuskulatur wird vorgespannt und hilft sogleich auch wieder für einen kräftigen Abdruck vom Boden. Die Bodenkontaktzeit ist sehr kurz. Für ein schnelles Tempo die ideale Technik und für das Bergauflaufen eine Variante, die sich ganz natürlich anfühlt.

  • Gut umsetzbar bei hohen Tempi wie Sprints oder Steigerungsläufen, bei Sprüngen oder beim Bergauflaufen.
    + Kurze Bodenkontaktzeit, was Höchstgeschwindigkeiten ermöglicht.
    + Erreichung einer hohen Schrittfrequenz.
    + Keine Gefahr einer Überpronation.
    – Hohes Überlastungsrisiko der Wadenmuskulatur.
    – Häufige Ursache von Achillessehnenbeschwerden.
    – Benötigt eine gut ausgebildete Rumpf- und Wadenmuskulatur.
    – Nur über kurze Distanzen effektiv «laufbar».

MITTELFUSSLAUF

Wer die breiteste Stelle des Fusses zuerst aufsetzt, der ist ein Mittelfussläufer. Da die Waden- und Schienbeinmuskulatur etwa gleich arbeiten, holt man so das Optimum heraus beim Langstreckenlauf.

  • + Gutes Verhältnis für die Belastung der Unterschenkelmuskulatur.
    + Stabile Führung über die Muskulatur für das Sprunggelenk, wenig Gefahr einer Überpronation.
    – Muss geübt werden – ein muskulärer Aufbau der Waden- und Fussmuskulatur ist notwendig.
    – Guter Kompromiss, aber kein Allheilmittel gegen Beschwerden oder für eine Leistungssteigerung.

Fazit: Jeder muss für sich selber herausfinden, welcher Laufstil am besten passt. Ein cleverer Läufer beherrscht – je nach Gelände – alle Formen. Oder er passt seinen Laufstil der Distanz, Geschwindigkeit sowie seiner Müdigkeit, Konstitution und seinem Talent an. So schützt er sich am besten vor Überlastungsbeschwerden. Eine komplette konstante Laufumstellung ist dann sinnvoll, wenn sich Beschwerden anhäufen oder wenn man neue Reize setzen möchte.

Quelle: FitForlife

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